Samstag, 28. November 2009

Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (XIV)

Im Namen des Volkes?

„Das Internet macht es den Menschen leicht, ungerechtfertigte Vorwürfe gegen andere zu erheben. Die Anonymität schützt sie“, sagt Matthias Lange, Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg, am 12. Juni 2009 in einem Artikel der „Lüneburger Rundschau“. „Rechtsstreiten“ sehe man gelassen entgegen.

Das klingt so, als werde die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch, die sich seit 1993 unter dem Dach der Jugendhilfe Lüneburg befindet, von ehemaligen Patientinnen und Patienten vor Gericht gezerrt. Jeweilige Beklagte oder Angeklagte wäre also die von Professor Dr. Ruthard Stachowske geleitete Gemeinschaft. So weit ist es aber noch nicht.

Vor Gericht in Lüneburg steht am 3. August 2009, 12 Uhr, ein Ehemaliger, der sich nach einem Beitrag des Evangelischen Kirchenfunks, ausgestrahlt am 24. Oktober 2007 auf radio ffn, kritisch im Internet geäußert hat. Nicht anonym. Mit seinem Namen. Nun lautet die Anklage: „Verleumdung“.

Erst der Anfang?

Doch dieser Prozess soll erst der Anfang sein. Das Team des Professors hat umfangreiches Material gesammelt, die Staatsanwaltschaft von Lüneburg beschäftigt sich damit. Möglicherweise intensiv. Denn: Der Anspruch der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ist eine „familienorientierte stationäre Drogentherapie“. Die Wirklichkeit soll sein: Mütter werden schnell von ihren Kindern getrennt, betreuen statt dessen die Kinder anderer Mütter. Teammitglieder, die dem Professor nicht treu ergeben sind, werden unter Druck gesetzt.

Den Prozess hat der Angeklagte mehrfach öffentlich provoziert, er ist nach seinen Angaben so gelassen wie das angeblich Matthias Lange ebenfalls ist. Diesen Geschäftsführer kann man als Redakteur zu Vorwürfen durchaus befragen. Wie ich das als Redakteur am 16. Juli 2009 getan habe. Wissen wollte ich beispielsweise, ob Professor Dr. Ruthard Stachowske seinem Team gegenüber meine Seiten http://familiensteller.blogspot.com als „Dreckseiten“ bezeichnet hat, die man aus dem google-Blickfeld klicken müsse. Eine Antwort habe ich nicht bekommen.

Drogenabhängige Familiensysteme

Zu Wort kommen auf meinen Seiten Betroffene, gewürdigt werden Ausführungen des Professors, in denen er Familienprobleme darauf zurück führt, dass sich „Täter- und Opfergenerationen“ des Zweiten Weltkrieges aufeinander eingelassen haben, in denen er Familiensysteme gelegentlich linear analysiert (Großmutter hat Drogen genommen, deswegen hat Mutter Drogen genommen, deshalb ist die Enkelin bei mir in Drogentherapie).

Auch die „Beweismittel“, die vom Team des Professors zusammengetragen worden sind für diesen und möglicherweise auch für weitere Prozesse, sind eine Betrachtung wert. Was wäre, wenn: Dazu Niederschriften von Schutzbefohlenen gehören, die so lange umgeschrieben worden sind, bis sie dem Professor gefielen? Belohnung dafür: Ein paar Augenblicke mit dem eigenen Kind? Berichten mehrere Mütter, die sich allmählich aus dem Schutz der Anonymität herauswagen.

Durchaus eigenartig ist auch, wie mich dieser Professor zu einer näheren Beschäftigung mit diesem Thema gebracht hat. So: Er schaltete einen Anwalt ein und drohte mir am 28. Mai 2009 mit „vehementer“ Verfolgung seiner Interessen. Anlass waren zwei kritische Kommentare über die Arbeit des Lüneburger Jugendamtes und über die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch.

Damit weckte Ruthard Stachowske mein Interesse. Schnell passten journalistische Mosaiksteine zusammen, die mir von Betroffenen am Telefon oder schriftlich geliefert worden sind. Ein Mosaiksteinchen stammt auch vom am 3. August 2009 Angeklagten. Er berichtet, dass ihm als Mann aus Dachau (= Täter) eine Beziehung mit einer „Zigeunerin“ (= Opfer) negativ angelastet worden sei.

Passt zur oben erwähnten Weltkriegs-Theorie des Professors, die sich nach seiner eigenen Einschätzung wissenschaftlicher Anerkennung erfreut – wie sein Institut, in dem gelehrt wird, ein Hund attackiere per Biss das „Energiefeld“ eines Menschen. Das müsse erst wieder vernarben.

Befragt man als Redakteur dazu Experten, die sich auf dem gleichen therapeutischen Feld tummeln, bekommt man – wie vom Geschäftsführer der Jugendhilfe Lüneburg – keine Antwort!

Könnte spannend werden

Der Prozess am 3. August 2009 vor dem Lüneburger Amtsgericht könnte also einen spannenden Verlauf nehmen, auf http://familiensteller.blogspot.com wird darüber berichtet. Einige werden sicherlich auch im Gerichtssaal vorbei schauen, die Verhandlung verfolgen und gespannt darauf sein, wie eine Lüneburger Richterin derlei bewertet.

Mein Hund sitzt übrigens während der Verhandlung in meinem Auto und stellt somit für kein einziges „Energiefeld“ eine Bedrohung dar. Übrigens: auch sonst nicht.

Doch: Spannend ist am Montag noch mehr. Wie begründet der Staatsanwalt die Anklage? Ermittlungsverfahren dürfen nur bei "zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkten für das Vorliegen einer Straftat" eingeleitet werden. Die Neuapostolische Kirche (NAK) hat es einmal so versucht. Sie behauptete, ich hätte in meinem Buch "Kauft nicht bei Ex-Neuapostolischen" (immer noch zu beziehen über http://stores.lulu.com/hwilmers) den Eindruck erweckt, die NAK behandele ihre Mitglieder wie Hitler die Juden behandelt hat.

Diesen Vorwurf fand ich dermaßen unverschämt, dass ich es auf einen Prozess ankommen lassen wollte. Ist mir nicht gelungen. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt, die NAK bekam den Hinweis, man könne zivilrechtlich gegen mich vorgehen. Hat sie nicht getan. Das Verleumdungs-Eisen war dieser Glaubensgemeinschaft wohl zu heiß geworden, denn bei einem Prozess hätte ich in aller Öffentlichkeit geschildert, was der Gegenseite so alles eingefallen war, um mich als Kritiker kalt zu stellen.

Veröffentlicht am 30. Juli 2009

Kommentare:

  1. Was der Lange für Käse erzählt.
    Ich habe kein einziges mal die Anonymität genutzt.Ich hab bei jedem Kommentar meinen Namen angegeben.Ich wäre richtig Hirnverbrannt wenn ich Verleumdungen in die Welt setze wenn mein Bewährungshelfer Zeit gleich bei der Staatsanwaltschaft eine verkürzung meiner Bewährungszeit beantragt.Die Beleidigung konnte ich mir nicht verkneifen,ich wollte den Stachowske provozieren da er mich ignoriert und mit dummdreisten Antworten abfahren lässt.
    So ist er halt einfach,derHerr Aller Dinge der irgend was predigt das niemand versteht ausser er selbst natürlich.Das schreibt er auch als Vorwort in einem seiner Bücher

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  2. Nachgehakt:Kinderpornografie

    Hallo Herr Tjaden,

    auf Ihren Seiten lassen Leute schreiben, die wegen Verbreitung von Kinderpornogtafie im Internet verurteilt sind. Dann war "Burgdorf" kein Justizskandal- Sie haben doch etwas mit Kinderpornografie im Internet zu tun. Wie in Burgdorf- unter dem Deckmantel von "Kinderschutz" verstecken sich die Täter- und Sie helfen. Wenn Sie wirklich freigesprochen wurden, dann veröffentlichen Sie doch das Urteil/den Freispruch auf Ihren Seiten, so kann sich ein jeder "Bild Dir Deine Meinung".
    Sie hören und lesen "Neues" über sich.

    Best regards,

    Bob Woodward Carl Bernstein

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  3. In der Einrichtung ist es so,das Team-Therapeuten angeschriehen werden von R.Stachowske wenn sie in ihren Räumen sitzen ,und wenn die Therpie beginnt mit den Klienten sind die Therapeuten schon auf 180 und wie kann man dann noch eine Vernünftige Therapie durchführen mit 30 Leuten geht ja gar nicht.

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  4. Wie kann es sein das Therapeuten die ja helfen sollen rumschrheien und die KLIENTEN so fertig machen ich denke das R Stachowske da fehl am platz ist,under sölchen bedinungen kann mann keine Therapi machen ,was für Ervolke kann mann da machen .ich denke keine ,doch unter druck setzen und einschüchtern das können sie besonderst gut,und leider auch mit ervolk das kann und darf nicht sein.

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