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Donnerstag, 9. Februar 2017

An die Wand gedrückt

Großeltern brechen Tür auf

Ein Großvater und eine Großmutter brechen in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (TG) eine Tür auf, ihre Enkelin sitzt allein mit Fieber und Schüttelfrost in einem Zimmer, dort gibt es nur eine Isomatte und eine Decke für den Schlafplatz. 

Das berichtet eine heute 29-Jährige, die von 1997 bis 2001 mit ihrer Mutter in der TG gewesen ist. Ihre Mutter habe in der Einrichtung von Ruthard Stachowske freiwillig eine Drogentherapie gemacht, Mutter und Kind durften sich nur selten sehen: "Ich weiß nicht, wem diese Trennung mehr seelischen Schaden zugefügt hat."

Immer wieder sei sie bestraft worden: "Wenn ich Stachowske nicht zuhörte, schlug er mich. Er packte mich am Hals und würgte mich. Er drückte mich an der Wand hoch." Das könnten ein "Mann namens Marc und eine Kinder- und Jugendpsychiaterin" bestätigen. Auch einer Klientin namens Ulrike habe sie sich anvertraut.

Einige Namen habe sie inzwischen vergessen, aber "an das Gesicht von Ruthard Stachowske" erinnere sie sich noch sehr gut. Auch in dessen Büro sei sie von den anderen isoliert worden, wenn sie nicht brav gewesen sei: "Dreimal täglich durfte ich zum Essen und aufs Klo." Eines Tages sei sie so wütend geworden, dass sie eine Scheibe des Büros eingeschlagen habe und geflüchtet sei. Ihr einziger Gedanke: Ich setze mir in Hamburg den "goldenen Schuss". Doch sie sei nur 30 Kilometer weit gekommen, habe in der TG angerufen und sei von einer gewissen Ulrike abgeholt worden. Danach habe ihr die Kinder- und Jugendpsychiatrie einen Pflegeplatz verschafft: "Ich war ein psychisches Wrack." 

Wenn sie an die Zeit in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch denke, breche sie immer noch in Tränen aus, auch ihre Großmutter müsse weinen. Immer noch wolle sie "Stachowske das Handwerk legen" und ihn mit anderen Betroffenen verklagen: "Es ist an der Zeit, sich aus der Verzweiflung zu erheben." 

"Die Mutter einer Freundin hat sich erhängt, als man ihr sagte, dass sie ihr Kind nie wiedersehen werde", erzählt sie noch und hofft auf Unterstützung. Ihre mail-Adresse lautet kadikadi@web.de. Ihre Telefonnummer wird hier nicht verraten, damit gewisse Anhänger von Stachowske nicht per Rückwärtssuche ihre Adresse ermitteln, an die sie dann anonyme Briefe schicken. Wie mir geschehen.   

Donnerstag, 15. August 2013

Auf der Flucht

Ist 13-Jähriger in Flensburg?

Die Geschichte beginnt in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (TG). Im Jahre 2000 flüchtet eine Mutter aus der Einrichtung, sie kehrt mit ihrer Mutter zurück, will ihr Baby abholen. Der Junge ist weg. Der damalige TG-Leiter Ruthard Stachowske sagt: "Du siehst dein Kind nie wieder."

In diesen Tagen ist dieses Kind aus einem Heim in Eckernförde abgehauen. Mit einem Kumpel, der wieder zurück ist. "Die Leute sind mir zu gefährlich", soll er gesagt haben. "Die Leute" sind nach seinen Angaben Jugendliche aus Flensburg, die sich auf dem Alten Friedhof treffen. Denen soll sich der 13-Jährige angeschlossen haben.

Der Junge ist bei Pflegeeltern aufgewachsen. Als 11-Jähriger setzte er sich in das Auto seiner Pflegeeltern und kurvte damit durch Langwedel. Nach dieser Spritztour wurde er in ein Heim in Delmenhorst gebracht. Dort war er nicht lange. Als ich zu diesem Heim fuhr, hatte er die Einrichtung schon wieder verlassen.

Zuständig war bis dahin das Jugendamt in Verden. Die Mutter musste immer schön draußen bleiben. An so genannten "Hilfeplangesprächen" wurde sie  nur auf schriftlichem Wege beteiligt. Wenn der Junge keine Lust auf solche Gespräche hatte, musste er nicht dabei sein. Ende Februar 2012 wurde die Akte vom Familiengericht in Verden geschlossen. Vorher hatte ich die damalige Geschäftsführerin der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg, Gisela van der Heijden, in den Fall eingeschaltet. Dass sie der Mutter helfen wollte, durfte nicht bekannt werden. Deswegen schredderte sie ein Dokument für die Familiengerichtsverhandlung in Verden.

Dann schien die Geschichte doch noch ein gutes Ende zu nehmen. Der Junge kam in eine Einrichtung im nördlichen Schleswig-Holstein. Doch auch dort machte er sich immer wieder aus dem Staub. Die Mutter musste wieder schön draußen bleiben, nur einmal durfte sie ihren Jungen sehen, der schließlich in ein Heim in Eckernförde gebracht wurde.

Wenn der Junge unterwegs war, rief er seine Mutter an. Stets wollte er nur weg - raus aus dem Heim. Auch am 4. August 2013 bekam die Mutter einen Anruf von ihrem Sohn. Mitten in der Nacht. Danach ist er mit einem Kumpel nach Flensburg getürmt. Die Flucht war schon länger geplant.

Aus Flensburg meldete er sich gestern bei seiner Pflegemutter in Langwedel: "Ich gehe nicht zurück." Die Mutter wurde zu einem Gespräch ins Heim gebeten. Dort erfuhr sie von der neuerlichen Flucht ihres Kindes. Warum so spät?

Das "Flensburger Tageblatt" weiß nichts über "gefährliche Jugendliche" auf dem Alten Friedhof. Die Anlage ist 200 Jahre alt, der Park liegt mitten in der Stadt, dort gibt es Museen, zwei große Schulen. Auch im Polizeibericht der vergangenen Tage gibt es keine Hinweise auf steigende Jugendkriminalität.

Der Heimleiter aus Eckernförde hat mir einen Rückruf versprochen. Auf den warte ich noch. Wo ist dieser 13-Jährige, dessen Lebenslauf von Ruthard Stachowske umgeschrieben worden ist?

Stachowske - der Mann mit den Bibelkenntnissen 

15. August 2013
Der Junge ist wieder da

Der 13-Jährige ist in Flensburg gefunden und ins Heim in Eckernförde zurückgebracht worden. Hat mir der Heimleiter soeben telefonisch mitgeteilt. Jetzt sollen gemeinsam Lösungen gesucht werden, um dem Jungen zu helfen, der "schwer traumatisiert" sei. Bei den Erfahrungen, die der 13-Jährige beginnend in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch gemacht hat, verwundert das nicht. Ich darf den Heimleiter jederzeit anrufen, wenn ich das Gefühl habe, dass er weitere Informationen benötigt.





Sonntag, 17. Februar 2013

Seltsam im Nebel...

...zu wandern

So beginnt ein Gedicht von Hermann Hesse. Dichter Nebel liegt auch über der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, der sich nur selten lichtet. Im Februar 2011 ist er aufgerissen. Ein Mädchen packt in der Einrichtung ihre Siebensachen, stiehlt aus dem Büro ein Handy und startet eine abenteuerliche Flucht. Die Mutter der 13-Jährigen wohnt in Nordrhein-Westfalen, andere Familienmitglieder in Rheinland-Pfalz.

Ich bekomme bei Facebook die Meldung: "Ein Mädchen aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ist abgehauen." Das "Hamburger Abendblatt" veröffentlicht einen Fahndungsaufruf der Lüneburger Polizei. Mit Foto. Angeblich soll sich die Kleine bei einem Bekannten im Lüneburger Raum aufhalten. Das stimmt schon nicht mehr. Ich nehme Kontakt auf mit der Lüneburger Polizei, bitte um Stillhalten, bis die 13-Jährige bei ihrer Familie in Rheinland-Pfalz angekommen ist.  Meinem Wunsch wird entsprochen: "Unterrichten Sie uns bitte, wenn sie da ist."

Eine Gehilfin von Ruthard Stachowske, der zu jener Zeit noch die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch leitet, setzt die Polizei in einer nordrhein-westfälischen Stadt auf die Mutter an. Die fährt zum Revier, versichert: "Meine Tochter ist nicht bei mir." Die hat vor ihrer Flucht auch ihre Schulbücher eingepackt: "Ich will endlich etwas lernen."

Das Mädchen ist da. Ich informiere die Lüneburger Polizei. Das "Hamburger Abendblatt" veröffentlicht eine kurze Meldung: "Heinz-Peter Tjaden, ein Kritiker der Einrichtung, versichert, dass Z. in Sicherheit ist." Zu jener Zeit hat es bereits den ersten Kontakt mit Gisela van der Heijden, seinerzeit Geschäftsführerin der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg gegeben, der wieder abbricht. Sie wird später an Eides Statt versichern, dass Stachowske mich im Januar und Februar 2011 als "pädophil" verleumdet hat, um sie von einem Gespräch mit mir abzubringen. Was ihm zeitweise gelingt. Gisela van der Heijden wird später auch sagen: "Die Geschichte von der Flucht habe ich auf Ihren Seiten gelesen."

Nächste Folge: Gisela van der Heijden rechnet im November 2011 mit fristloser Kündigung

Samstag, 29. Oktober 2011

Falsch geblinkt?

29. Oktober 2011
Bald auch kein Auto mehr?

Ruthard Stachowske klagt gegen seine fristlose Kündigung als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (TG). Erste Verhandlung war am Donnerstag. Berichtet haben bereits die "Landeszeitung für die Lüneburger Heide", der NDR und das "Hamburger Abendblatt". Noch eine Zeitung plant einen Bericht.

In diesem Zusammenhang bin ich von dem Redakteur gefragt worden, wie viele Verfahren ich gegen Stachowske wegen meiner Buchveröffentlichung über die TG verloren habe. Diese Frage fand ich irgendwie amüsant. Die Antwort ist nämlich: keins.

Ruthard Stachowske hat sich nur einmal an einen Kernpunkt meiner Kritik juristisch herangewagt und verlor. Ansonsten verhielt er sich wie ein Autofahrer, dem man vorwirft, er habe erst eine Großmutter überfahren, dann ein Kind und bei der Flucht habe er nie den Blinker gesetzt - und vor Gericht wehrt er sich gegen den Vorwurf, nicht geblinkt zu haben...

Mehrfach habe ich auch darauf hingewiesen, dass Ruthard Stachowske Schreiben an Behörden 2008 mit "approbierter psychologischer Psychotherapeut" für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterschrieben hat. Nach kritischen Fragen zu diesen Titeln ließ er sie wieder verschwinden.

Nun soll Stachowske diese vorläufigen Titel auch noch zurückgeben. Fordert der niedersächsische Zweckverband zur Approbationserteilung. Dagegen wehrt sich Stachowske am 2. November 2011 vor dem Verwaltungsgericht.

Bliebe ich im Bilde, müsste ich anmerken: Bald hat Stachowske auch kein Auto mehr?

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Sprachmüll IV

5. Oktober 2011
Flucht trotz engmaschiger Kontrolle

Sitzt ein Jugendamtsmitarbeiter an seinem Schreibtisch. Blättert in einer Akte. Klingelt das Telefon. Am Apparat ist die Sozialpädagogin Arnhild Sobot von der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (TG). Sobot ist aufgeregt. Regt sich auf. Eine Mutter ist entwichen. Wurde gestern von einem "Fremden" abgeholt. Kann Sobot nicht fassen: "Wir haben die Frau engmaschig kontrolliert."

Notiert sich der Jugendamtsmitarbeiter. "Engmaschig kontrolliert." Auf der Flucht habe ihr diese Mutter SMS geschickt. Arnhild Sobot bleibt außer sich: "Diese Mutter ist so gerissen. Die ist so raffiniert. So was haben wir noch nie erlebt." Mit normalen Mitteln der Beweisführung sei dieser Frau nicht beizukommen. Wenn die den Mund aufmache, lüge sie, sei wie ein Zwang.

Auch das hält dieser Jugendamtsmitarbeiter schriftlich fest: "Sobot meint, dass diese Mutter nur zwei, drei Wochen drogenfrei bleiben wird. Sollte ihr Kind nun in eine Pflegefamilie kommen, muss für die Mutter eine Kontaktsperre erlassen werden. Sonst macht diese Mutter auch noch die Pflegefamilie mundtot."

Merke: Die Mutter ist erst seit wenigen Stunden nicht mehr in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch und schon redet Arnhild Sobot von einer Pflegefamilie und von Kontaktsperre. Das Gespräch zwischen Jugendamtsmitarbeiter und Sobot findet am 25. September 2007 statt. Die Mutter ist heute noch "drogenfrei", das Kind längst wieder bei ihr.

Der Jugendamtsmitarbeiter legt auf. Wieder klingelt sein Telefon. Am Apparat ist die Mutter, die aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ausgerissen ist. Jugendamtsmitarbeiter und Mutter vereinbaren einen Termin: 2. Oktober 2007, 15 Uhr.

Behauptet hat Arnhild Sobot bei ihrem Anruf auch: "Das Kind spielt für diese Mutter keine Rolle." Deshalb ruft diese Mutter nach ihrer Flucht unverzüglich das Jugendamt an?

Merke ebenfalls: Diese Mutter hat sich um einen Platz in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch beworben, bekam ihn schließlich und stellte schnell fest: "Diese Einrichtung ist nichts für mich." Warum das so gewesen ist, begründet sie einige Wochen nach ihrer Flucht in einem Brief an die TG: "Ich bin am Dienstag zu einer Anwältin gegangen und habe versucht, ein vernünftiges Gespräch anzufangen. Da erst habe ich begriffen, wie man in drei Monaten verrückt gemacht werden kann. Ich bin froh, dass ich Ihre Einrichtung wieder verlassen habe."

Das Kind dieser Mutter sagt zwei Jahre später bei einem Spaziergang zu mir: "Die in der TG haben eine Meise."

Georg Wiegand von der Rentenversicherung Braunschweig-Hannover dagegen stellt Ruthard Stachowske als damaligem TG-Leiter am 28. April 2010 eine Bescheinigung aus, in der steht: "Bei der Einrichtung Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch handelt es sich um ein Fachkrankenhaus, in dem schwer drogenabhängige Männer und Frauen Leistungen zur medizinischen Rehabilation erhalten, um künftig am Erwerbsleben  und an der Gesellschaft wieder teilhaben zu können. In die Fachklinik Wilschenbruch können ebenfalls behandlungsbedürftige Kinder von ihren Eltern mitgebracht werden, wenn die zuständigen Jugendämter als Kosten- und Leistungsträger zugestimmt haben."

Zu jener Zeit ist längst die Frage aufgetaucht, welche Titel Ruthard Stachowske tatsächlich hat und welche nicht. Die Behauptung, er sei approbierter psychologischer Psychotherapeut für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ließ er aus dem Netz wieder verschwinden, als ich mit meinen Recherchen begann. Auch eine Frau, die mit einem psychologischen Psychotherapeuten verheiratet ist, schaltete sich ein und bat Stachowske um Aufklärung.

Schriftlich zur Antwort bekam sie am 31. Oktober 2009: "Die Fragen, die Sie ansprechen, sind so einfach nicht zu beantworten. Sie werden verstehen, dass ich persönliche Dokumente und auch nicht jede Frage zur persönlichen und beruflichen Entwicklung jederzeit an Dritte weitergeben möchte." Alles Weitere könne man in einem persönlichen Gespräch klären. Das lehnte diese Frau ab. Für sie stand fest und mailte das an Stachowske: "Im Moment müssen wir davon ausgehen, dass Sie mutmaßlich keine Approbationen besitzen und diese deshalb auch nicht vorlegen können." Darauf hat Stachowske nicht mehr reagiert.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft von Lüneburg gegen ihn auch wegen des Verdachts des Titelmissbrauchs.

Sprachmüll V: Überdeutliche Lügen

Dienstag, 15. März 2011

Ein Mädchen flüchtet

27. Februar 2011

Polizei sucht eine 13-Jährige

Zoe hat am Abend des 19. Februar ihre Siebensachen gepackt. Dann verschwand sie aus einer therapeutischen Einrichtung in Lüneburg. Berichten die Medien. Steht im Polizeibericht.

Zoe ist aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch abgehauen, behauptet ein Insider. Sie sei dort schlecht behandelt worden. Die 13-Jährige habe sogar behauptet: "Ein Pädagoge hat mich angefasst."

Die Polizei vermutet, dass Zoe bei einem "flüchtigen Bekannten" im Raum Lüneburg Unterschlupf gefunden hat. Eine telefonische Anfrage beantwortet ein Beamter um 12.40 Uhr so: "Das Mädchen ist immer noch verschwunden." Dass die 13-Jährige aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ausgerissen ist, will er nicht bestätigen: "Wenn Sie was wissen, dann rufen Sie doch die Einrichtung an."

27. Februar 2011, 13.05 Uhr
Inzwischen weiß...

...ich, dass dieses Mädchen aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ausgebüxt ist. Richtig liegt die Polizei auch mit der Vermutung, dass die 13-Jährige keinem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Es geht Zoe gut.

28. Februar 2011, 10.53 Uhr
Keine Suche nach der Kleinen?

Mein bisheriger Eindruck: Die Lüneburger Polizei sucht nicht besonders intensiv nach der 13-Jährigen. Mit der Information, dass es der Kleinen gut geht, scheint man im Revier zufrieden zu sein. Dafür kann man sich bei der Lüneburger Polizei nur bedanken...

2. März 2011
Findet Zoe!

In der Therapeutischen Gemeinschaft (TG) Wilschenbruch gibt es eine Frau für das Grobe. Nennen wir sie A. S. Ruthard Stachowske hat also sozusagen immer ein As im Ärmel. Dieses As telefoniert nun herum, will wissen, was Ex-Klienten über den Verbleib der 13-Jährigen wissen. Doch: Sie erfährt nichts. Stachowske soll derweil die Parole ausgegeben haben: "Mit dem Tjaden dürft ihr nicht sprechen." Wie will er das verhindern? Ich bin doch gar nicht in seiner Anstalt.

TG könnte übrigens für "Tränen getrocknet" stehen. In diese sollen gelegentlich sogar weibliche Teammitglieder ausbrechen, wenn sich Stachowske wieder einmal in seinen Methoden vertut und eine Mutter madig macht.

Eine vorzügliche Arbeit?

3. März 2011
Polizei hat beruhigende Informationen

"Wir schließen ein Gewaltverbrechen aus", erklärt Kai Richter. Der Sprecher der Polizei Lüneburg weiter: "Sie hat ihre Therapie aus freien Stücken verlassen."

Wie berichtet, wird das Mädchen seit einer Woche vermisst. ...In einem Internet-Blog schreibt der Kritiker der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch: "Es geht Zoe gut."(chh)

Berichtet das Hamburger Abendblatt

3. März 2011
Mail an den Polizeisprecher von Lüneburg

Laut "Hamburger Abendblatt" sollen Sie gesagt haben, dass die 13-Jährige ihre Therapie auf "freiwilliger Basis" beendet habe. Da muss sich doch jede Leserin und jeder Leser fragen, warum die Polizei dann nach ihr sucht.

Den Informationen zufolge, die ich inzwischen habe, war die Kleine schon 2007 in der Einrichtung, die angeblich eine familienorientierte Therapie macht. Auch ihre beiden Schwestern sollen dort gewesen sein. Die Mutter habe derweil eine Entgiftungskur in einer Klinik in Lüneburg gemacht. Anschlließend wollte sie ebenfalls in die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch. Davon habe sie aber abgesehen, weil sie zwischenzeitlich Informationen über diese Einrichtung bekommen habe.

Normalerweise läuft es dann so: Ist die Mutter nicht oder nicht mehr in der Einrichtung, behält der Leiter die Kinder. Dazu bedient er sich - ich habe das in meinem blog dokumentiert - auch dreistester Lügen.

Ich versuche gerade herauszufinden, ob die beiden Schwestern von Zoe immer noch in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch sind. Was macht eigentlich ein Kind mehrere Jahre in einer Drogentherapieeinrichtung und was wird dort therapiert?

4. März 2011
Dringende Warnung an Zoes Familie

Von einer Wilhelmshavener Polizeikommissarin habe ich heute erfahren, wo verschiedene Familienmitglieder von Zoe wohnen. Eins davon wohnt demnach in Münster. Dringende Warnung: Mit der Kleinen in Münster unter keinen Umständen zum Jugendamt gehen! Falls die Familie Hilfe braucht, sucht sie, wo ihr wollt, nur nicht bei dieser Behörde!

6. März 2011
Unter der Obhut des Jugendamtes von Lüneburg

Die Lüneburger Polizei hat mir inzwischen gesagt, dass sich Zoe unter der Obhut des Jugendamtes von Lüneburg befinde. Das bekomme nun alle mails, die ich schreibe. Montag um 11 Uhr bin ich bei der Wilhelmshavener Polizei. Die will nur ein Lebenszeichen von Zoe.

7. März 2011
Mail an die Polizei von Lüneburg
Sehr geehrter Herr Richter,

ich habe soeben bei der Wilhelmshavener Polizei meine Aussage gemacht. Als ich darauf hinwies, dass mich Herr Stachowske vor dem Verschwinden von Zoe auch schon verklagt hat, antwortete die Polizeikommissarin: "Das weiß ich."

Ich hoffe nun, dass Herr Stachowske nicht auch noch - wie im Internet auf den Seiten der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch geschehen - behauptet hat, er habe alle Verfahren gegen mich "eindeutig" gewonnen. Das wäre nicht wahr.

Einen Ordnungsmittelantrag, in dem ich von Herrn Stachowske sogar als "Prozessbetrüger" bezeichnet werde, hat sein Anwalt vorige Woche zurückgezogen. Vorher war diesem Anwalt vom Gericht mitgeteilt worden, der Antrag sei aussichtslos.

Dann verklagte mich Herr Stachowske wegen meiner Kritik an seinen Therapiemethoden. Dazu sagte der Richter am 21. Januar 2011, diese Klage sei ihm bislang zu dürftig und werde deswegen - wenn nichts Handfestes mehr komme - am 25. März 2011 von ihm zurückgewiesen.

Außerdem weise ich darauf hin, dass ich keinesfalls Mütter aus der TG berate, die ihren Kinder schwere körperliche Gewalt oder sexuellen Missbrauch angetan haben. Das könnte ich gar nicht - das habe ich mit dem Team von Herrn Stachowske gemein.

Ich fahre jetzt nach Münster und hoffe, dass sich Zoes Mutter dort meldet.

9. März 2011
Kein Treffen in Münster

Zu einem Treffen mit der Mutter von Zoe in Münster ist es nicht gekommen. Inzwischen wurde mir mitgeteilt, dass sie gar nicht in dieser Stadt wohnt.

13. März 2011
Weitere Familienmitglieder melden sich

Bei mir haben sich weitere Familienmitglieder gemeldet. Das Wichtigste ist: Der Kleinen geht es gut. Das Zweitwichtigste ist: Sie muss nicht in die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch zurückkehren. Daran wird gerade gearbeitet. Zoe hat übrigens vor der Flucht gesagt: "Jetzt fassen sie mich auch noch an!"

Außerdem erzählte mir ein Freund der Familie: "Bevor sie abgehauen ist, hat sie auch alle ihre Schulsachen eingepackt. Zoe will endlich etwas lernen..."

Ein weiteres Familienmitglied fragt sich: "Warum merkt eigentlich niemand, was in dieser Einrichtung los ist?" Diese und anderen Fragen haben gestern mein Anwalt und ich an die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen gerichtet. Kopien bekamen mehrere Organisationen. Auch die Evangelische Hochschule für soziale Arbeit zu Dresden hat das Schreiben bekommen. Dort ist Ruthard Stachowske Honorarprofessor.

Dreht sich die Schweigespirale weiter?

15. März 2011
Aus dem Polizeibericht der Lüneburger Polizei

Die Polizei hat den Aufenthaltsort der seit Ende Februar vermissten 13-Jährigen ermittelt.

Das Mädchen war in den Abendstunden des 19. Februar 2011 mit gepackten Sachen aus einer Therapeutischen Einrichtung in Lüneburg verschwunden.

Für weitere Maßnahmen wurde das zuständige Jugendamt eingeschaltet.