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Dienstag, 7. August 2018

Das Geschäftsmodell

Jugendämter hereinlegen
Betrüger sind schon auf viele kriminelle Ideen gekommen. Eine der lukrativsten scheint inzwischen die Gründung von Schwindeleinrichtungen zu sein, in denen man sich angeblich um Kinder kümmert. Weil man niemanden so leicht hereinlegen kann wie Jugendamtsmitarbeiter?

Donnerstag, 7. Februar 2013

Schwachsinn

Hätte sie doch nur professionell gearbeitet

Nach der teilzeitbeschäftigten Rückkehr des Sozialpädagogen Ruthard Stachowske in die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg berichtet die "Landeszeitung für die Lüneburger Heide", diesem Mann seien "vermeintliche Verfehlungen" vorgehalten worden. Die seien: ein Straf- und Kontrollsystem in der von ihm bis zum 4. Juli 2011 geleiteten Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch und der Kauf von Blumen für Klienten. Wieso "vermeintliche Verfehlungen"? Das hat Ruthard Stachowske doch nie bestritten. Er hat das sogar bestätigt. Motto: "Anders kann man eine Drogentherapieeinrichtung doch gar nicht führen."

Themen waren vielmehr die Höhe von Strafgeldern für Klientinnen und Klienten, außerdem die Verwendung dieser Nebeneinnahmen und Etikettenschwindel. Mein Anwalt und ich haben einiges von der Staatsanwaltschaft in Lüneburg prüfen lassen. Die meisten Vorwürfe, die von Ex-Klientinnen und Ex-Klienten erhoben worden sind, waren verjährt.  Blieb ein Vorwurf: Stachowske spendete einen Teil dieser Strafgelder an einen katholischen Orden in Indien. Das behauptete ein Ex-Klient. Als der allerdings zum Verhör gebeten wurde, konnte der sich angeblich nicht einmal mehr daran erinnern, ob und was er in die Einrichtung mitgebracht hatte. Zum Thema Spende an katholischen Orden in Indien äußerte er sich überhaupt nicht. Also wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft in Lüneburg eingestellt. Damit hat Stachowske strafrechtlich betrachtet in allen Punkten als unschuldig zu gelten.

Außerdem konnte seine Behauptung, er habe die eingenommenen Strafgelder den Klientinnen und Klienten bei anderer Gelegenheit wieder zugute kommen lassen, nicht widerlegt werden. Als mir die damalige Geschäftsführerin Gisela van der Heijden erzählte, wie sie die fristlose Kündigung von Ruthard Stachowske begründen wolle, fiel ich aus allen Wolken. Auf meine Bedenken reagierte sie ungehalten: "Die Kündigung ist wasserdicht." Monatelang habe sie alle Belege geprüft, jeden Stein habe sie umgedreht, für Stachowske gab es demnach kein Entrinnen mehr. Vor Gericht stellte sich jedoch heraus, dass Gisela van der Heijden entweder sehr schlampig gearbeitet oder die Anweisung bekommen hatte, bestimmte Themen nicht anzuschneiden. Für die zweite Vermutung sprachen mehrere Gründe. Immer wieder berichtete sie von Problemen, ließ ich die nicht gelten, bekam ich von ihr Antworten wie: "Sie zerstören mein Leben."

Andererseits bestätigte mir Gisela van der Heijden eine vorzügliche Analyse des Stachowske-Systems. Einige Systemfehler wurden oder mussten von ihr sogar korrigiert werden. Doch um die entscheidende Frage drückte sie sich herum. Die lautete: Wie konnte die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch einerseits mit familienorientierter Drogentherapie werben, während Stachowske andererseits in der Einrichtung Familien zerstörte? Wie er das hin bekam, habe ich schon fast bis zum Erbrechen geschildert. Mir war klar, warum Gisela van der Heijden dieses Thema nicht so in den Arbeitsgerichtsprozess einführen durfte, dass Stachowske nie wieder eine Chance auf eine Rückkehr gehabt hätte. Denn wenn aufgeflogen wäre, dass die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch seit ihrer Existenz Geld für eine Arbeit kassiert hatte, die sie nie machte, wären die Kostenträger möglicherweise Sturm gelaufen.

Wer aber nach der Devise handelt "Wasch mir den Pelz und mach mich nicht nass", ist noch lange kein Klage-Bär. Außerdem übersah Gisela van der Heijden, dass Stachowske sein esoterisches System abgesichert hatte. Mitgemischt hatten auch Jugendämter, die erst zusammenzuckten, als sie erfuhren, was dieser Sozialpädagoge tatsächlich trieb. Für das Jugendamt von Lüneburg galt das allerdings nicht. Bei einem Anruf eines Kindes, dessen Geschwister immer noch in der Einrichtung waren, gebärdete sich ein Mitarbeiter dieser Behörde wie ein Echo im Gebirge: "Wenn du deine Geschwister in der Einrichtung anrufst, darfst du ihnen nicht versprechen, dass sie nach Hause kommen." "Dein Anruf wird mitgehört." Da war Ruthard Stachowske schon nicht mehr Leiter der Einrichtung, sondern Wilfried Osterkamp-Andresen. Der also weiterhin Familien zerstörte. Das allerdings wollte Gisela van der Heijden gar nicht hören. Wenn sie reagierte, dann mit Stoßseufzern: "Das ist ja alles so furchtbar."

Nun brate mir jemand einen Storch, aber nach professioneller Arbeit klingt das doch wohl nicht. Erfuhr ich von einem neuen Fall, legte Gisela van der Heijden schnell wieder die Hände in den Schoß: "Herr Tjaden, machen Sie mal." Stachowske ahnte schon vor seiner fristlosen Kündigung, dass sich die Dinge so entwickeln würden. Er fragte seine Chefin auch schriftlich, ob sie Kontakt mit mir habe. Und was tat sie? Antwortete sie Stachowske "Das geht Sie überhaupt nichts an. Aber wenn Sie schon fragen: Ich schreibe fast schon täglich mails an Tjaden"? Keinesfalls. Sie schrak zusammen und äußerte sich auf eine Weise, die einer Geschäftsführerin nicht gut zu Gesicht steht. So manches erinnerte mich an die gegenseitigen Beschimpfungen von Ex-Klienten und Klienten, die auch ich zuhauf bekam, aber nicht veröffentlichte.

Irgendwann fühlte ich mich wie ein nützlicher Idiot, der sich mit der Kehrseite der Sucht- und Jugendhilfe-Medaille beschäftigen, aber darüber schweigen sollte. Anfangs bekam ich deswegen mails von Gisela van der Heijden, in denen sie mich bat, die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg aus allem herauszuhalten. Wie sollte das möglich sein. Vor dem Arbeitsgericht in Lüneburg hat sich doch erwiesen, dass Stachowske in der Einrichtung Gehilfen hatte - und zwar bis zum Vereinsvorstand. Nur so konnte er - das ist eine neue Zahl - 100 000 Euro für vergebliche juristische Auseinandersetzungen mit mir aus dem Fenster werfen.

Dieses heiße Eisen packt aber auch die "Landeszeitung für die Lüneburger Heide" nicht an. Serdar Saris als neuer Geschäftsführer hütet sich ebenfalls. Das Geld ist eben weg, scheint das Motto zu sein. Was mich die Arbeit gekostet hat, die Gisela van der Heijden mir überließ,  interessiert ebenfalls niemanden.  Wenn nun Serdar Saris auch noch alle paar Wochen mit einem neuen Konzept für die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch angetrabt kommt, dann müssten sich eigentlich auch die Kostenträger fragen: "Was will der eigentlich?" Jetzt will Serdar Saris festgestellt haben, dass Erwachsene in der Einrichtung schneller wieder auf die Beine kommen als die Kinder. Deswegen sollen die Erwachsenen länger bleiben. Da muss er nur noch "Bankrotterklärung" drüber schreiben...






Mittwoch, 25. Juli 2012

Bei Maischberger

Esoterik: Unsinn, der hilft - oder gefährlicher Unfug?

Wenn eine Frau von Sinnen ist und ein Pastor die Fliege machen musste, weil er Wasser besprach, damit es teurer ist als vorher, dann legt Maischberger den Kopf schief, weil sie eigentlich jede Talkshow allein bestreiten könnte und die Menschen, die sie einlädt, eher überflüssig sind, aber bei solchen Sendungen leider auch dann dabei sein müssen, wenn es um Esoterik geht. Dabei handele es sich um ein Milliardengeschäft, erfuhr das staunende Publikum, das bislang jedes Horoskop in der Tageszeitung übersehen hat. Schon wird eine Frau eingeblendet, die für derlei Unsinn als Esoteriksüchtige 10 000 Euro los geworden ist. Der hätte man einen Anwalt empfehlen sollen, der dieses Geld zurückfordert, weil niemand für einen Blick in die Zukunft bezahlen muss, denn laut Bürgerlichem Gesetzbuch handelt es sich dabei um eine unmögliche Dienstleistung.

"Unsinn, der hilft?" war die Frage, die bis Sendeschluss von niemandem überzeugend beantwortet wurde. Wieder einmal ist ein spannendes Thema verschenkt worden, weil es immer falsch angepackt wird. Wann widmet sich endlich einmal jemand den folgenden Fragen: Wie schaffen Hellseher, Astrologen und Kartenleger Abhängigkeitsverhältnisse? Was geschieht, wenn Esoteriker mit Kritik konfrontiert werden?

Zu den Studiogästen von Maischberger gehörte die Kartenlegerin Sylvie Kollin. Deren Fähigkeiten habe ich vor knapp 20 Jahren bei einem Skatturnier der Kreissparkasse Hannover kennengelernt. Eingeladen worden war sie, weil dieses Turnier an einem Freitag, dem 13., stattfand. Jedem sagte sie die Zukunft voraus, mir prophezeite sie großen Reichtum. Sylvie Kollins Auftritt war als Gag gedacht, was alle begriffen hatten - nur diese Kartenlegerin nicht.

Ein halbes Jahr später legte sie den Besucherinnen und Besuchern eines Festes in Burgdorf bei Hannover die Karten. Ich nutzte die Gelegenheit für einen zweiten Versuch. Zukünftiger Reichtum war mir nicht mehr beschieden. Dewwegen erinnerte ich Sylvie Kollin an ihre Propheizeiung beim Skatturnier der Kreissparkasse Hannover. Da fuhr sie aus der Haut, ich verabschiedete mich. Sie rief mir hinterher: "Sie sollten zuhause anrufen. Ihr Vater ist schwer krank."

Wäre ich ein Abergläubischer, hätte ich in diesem Moment einen großen Schrecken bekommen. Da ich das nicht bin, verbat ich mir diese Unverschämtheit. Dann kam mir die Idee für ein Buch, das 1995 unter dem Titel "Für die Hellseherin wird es dunkel" erschienen ist. Jedes Medium, jede Kartenlegerin und jede Astrologin sagte mir eine andere Zukunft voraus, ganz nebenbei wurde aus mir ein Auserwählter, der mit knapp drei Dutzend anderen Auserwählten diese Erde retten soll. Als der Verlag mit der Werbung für mein Buch begann, bekam ich Anrufe, in denen mir Esoteriker mit Gewalt und anderem Ungemach drohten. Ein Medium schaltete einen Anwalt ein. Der sollte die Veröffentlichung von angeblichen Durchsagen aus dem Jenseits verhindern, die mir von seiner Mandantin schriftlich übermittelt worden waren.

Esoterik - "ein Unsinn, der hilft"?

Sonntag, 8. Juli 2012

Das Netzwerk

Heiligengeiststraße 41 in
Lüneburg. Der neue Sitz
von Stachowskes Institut.
Mehr hier
Landeszeitung für die Lüneburger Heide, 7. Juli 2012
Landeszeitung für die Lüneburger Heide, 7. Juli 2012


Esoterik - das Milliardengeschäft

Das von Heidrun Girrulat und Ruthard Stachowske geleitete Institut für mehrgenerationale Forschung und Therapie (IMFT) firmiert nicht mehr unter Stachowskes Privatadresse. Das Institut und die ehemalige Stellvertreterin von Ruthard Stachowske in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch residieren nun in Lüneburg in der Heiligengeiststraße 41.

Girrulat und Stachowske propagieren die Energiefeldtherapiemethode, die sie schon in der Therapeutischen Gemeinschaft angewendet haben, bis die Geschäftsführung der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg ein Verbot aussprach.  Einmal in der Woche vorbeischauender Arzt der Einrichtung war seinerzeit Dr. Volker Lechner, der in mails an die Geschäftsführung sehr erbost auf dieses Verbot reagierte und sich auch nicht mit dem Gedanken anfreunden konnte, fortan nicht mehr Arzt der Einrichtung zu sein.

IMFT steht aber auch für eine sportliche Veranstaltung. Nennt sich Internationale Main Franken Tour. Die Veranstalter müssen inzwischen kleinere Brötchen backen. Auch Heidrun Girrulat soll hin und wieder die Auffassung vertreten haben, dass die Therapiebrötchen in Wilschenbruch zu klein seien. So berichtet ein Kind von Gesprächen mit Girrulat, die stets mit dem Ratschlag geendet haben sollen: "Hau ab. Hier kann dir niemand helfen." Ähnliches kolportiert auch ein männlicher Ex-Klient.  Nach seinen Angaben hat er die Einrichtung verlassen müssen, weil er sich gewünscht habe, eines Tages einen BMW zu fahren. Adidas soll in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ebenfalls als dekadent gegolten haben. Erzählen weitere Ex-Klientinnen und Ex-Klienten.

Nach Angaben von Girrulat und Stachowske sind die Erkenntnisse, die sie bei der Institutsarbeit gewonnen haben wollen, in ihre Arbeit in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch eingeflossen. Als ich deswegen im Jahre 2009 die Vermutung äußerte, dass die Klientinnen und Klienten in der Einrichtung ungewollt an Forschungsvorhaben teilnehmen, wollte mir Stachowske diese Vermutung verbieten lassen. Darauf hat er jedoch verzichtet.

Das bereits vorhandene IMFT-Netzwerk wird derweil immer größer. Esoterik ist ein Milliardengeschäft.

Siehe auch





Mittwoch, 18. Januar 2012

EHS Dresden

18. Januar 2012
Da ist dieser Mann Honorarprofessor

"Das ImFT ist 1996 gegründet worden und wird heute von Heidrun Girrulat und Ruthard Stachowske geleitet." Steht auf den neu gestalteten Internet-Seiten des Instituts für mehrgenerationale Forschung und Therapie (IMFT). Vorgestellt wird Girrulat als "stellvertretende Leitung einer großen vollstationären Drogenhilfeeinrichtung für Familien". Damit gemeint ist die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch (TG). Vor der fristlosen Entlassung von Stachowske als TG-Leiter ist Girrulat dessen TG-Stellvertreterin gewesen, jetzt die von Wilfried Osterkamp-Andresen. Außerdem ist sie also IMFT-Geschäftsführerin. Vorher war sie Teammitglied des Institutes.

Seit längerer Zeit beklagt sich die neue Geschäftsführerin der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg Gisela van der Heijden darüber, dass in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch die "Stachowske-Mäuse"  auf den Tischen tanzen. Sie ignorieren demnach Anweisungen, erscheinen nicht zu Besprechungen. Ex-Klienten berichten, dass sie in Lüneburg von Girrulat angesprochen worden seien, weil sie habe wissen wollen "Kennt ihr den Tjaden?"  und wohl deshalb ist sie von Stachowske befördert worden.

Der schreibt in seinem nigelnagelneuen IMFT-Steckbrief: "1993 habe ich die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch gegründet, eine der wenigen Eltern-Kind-Einrichtungen in Deutschland, in denen drogenabhängige Eltern zusammen mit ihren Kindern an stationären psychotherapeutischen Prozessen teilnehmen." Den Hinweis, dass seine TG-Zeit im Juli 2011 zu Ende gegangen ist, hat er gestrichen.

Während Girrulat und Stachowske im IMFT enger zusammenarbeiten denn je, werden seine anonymen Unterstützer im Netz immer frecher. Seit ein paar Tagen werfen sie Gisela van der Heijden "Korruption" vor und behaupten, dass die TG nicht mehr "alle finanziellen Transaktionen" offenlege. So sei einem Mitarbeiter ein Auto geschenkt worden, was möglicherweise nirgendwo in den Büchern vermerkt sei.

Aus Schriftsätzen des Anwaltes von Stachowske ist inzwischen hinlänglich bekannt, dass der fristlos entlassene TG-Leiter durchaus als Meister im Verdrehen von Tatsachen bezeichnet werden kann und sich notfalls auch auf anonym veröffentlichte Dokumente beruft, in denen auch die Namen von Kindern stehen.

Allzu gern weist Stachowske darauf hin, dass er Honorarprofessor an der Evangelischen Hochschule Dresden ist. Weil er genau weiß, dass diese Hochschule alles deckt, was er tut? Da sollte man einmal eine altehrwürdige Universität fragen...

Dienstag, 30. November 2010

TG Wilschenbruch vor Gericht III










Hamburger Idealbild: Journalisten üben den Gänsemarsch.

3. November 2010

"Was Sie in Ihrem blog schreiben, stimmt alles."

Ein Anrufer um 20 Uhr, der seinen Angaben zufolge fünf Monate lang in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch gewesen ist. Er will morgen mit seinem Vater nach Wilhelmshaven kommen. Er plant eine Sammelklage gegen die Einrichtung.

2. November 2010
Landgericht Hamburg, Kammer 25, Vorsitzender Richter Schulz, 11 und 11.30 Uhr

Prolog

So hat mein Rechtsanwalt Markus Kompa aus Münster in der Juni-Ausgabe des Medienmagazins "journalist" meinen Fall geschildert.

Können Sie aus Ihrer eigenen Praxis einen aktuellen Fall schildern?

Ich vertrete gerade jemanden, der wahrheitsgemäß über eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg berichtete, die gegen eine Bloggerin erlassen wurde. Es geht dabei um Vorwürfe, die eine Therapie-Einrichtung für ehemalige Drogenkranke betreffen. Die Bloggerin hatte nach Meinung der Richter durch ihre Äußerungen einen angeblich unwahren – das heißt, einen von ihr zu beweisenden – Eindruck erweckt. Mein Mandant hat die ihr verbotenen Äußerungen nicht einmal wiederholt, sondern nur den verkürzten Unterlassungstenor. Außerdem hat er erwähnt, ihm lägen schriftliche Aussagen von Zeugen vor, welche den verbotenen Eindruck bestätigen. Diese Zeugen waren vor Gericht sogar präsent, und es gibt eidesstattliche Versicherungen, die den Richtern vorliegen. Mein Mandant hat nicht einmal geschrieben, für wie glaubhaft er die Zeugen hält – nicht einmal, was diese genau sagen. Trotzdem hat die Zivilkammer 25 des Landgerichts Hamburg auch gegen meinen Mandanten eine einstweilige Unterlassungsverfügung erlassen.

Und warum? Weil die unstreitig wahre Berichterstattung meines Mandanten den Eindruck erwecke, den man der Bloggerin verboten hatte. Das widerspricht einigen Urteilen, die etwa Rolf Schälike, der Betreiber der Prozessberichterstattungs-Website "Buskeismus", erstritten hat. Demnach darf man den Tenor einer verbotenen Äußerung zum Zwecke der Berichterstattung wiederholen, wenn man sich die verbotene Äußerung nicht zu eigen macht. Sogar Äußerungen, die einem selbst verboten sind, darf man wiederholen, wenn man sich formal distanziert.

Termin 11 Uhr: Einstweilige Verfügung/Säumnisurteil vom 20. April 2010 bleibt bestehen. Mein Kommentar dazu

Termin 11.30 Uhr, Hauptsacheverfahren, Entscheidung wird am 26. November, 12 Uhr, im Raum B316 verkündet. Soll nun am 4. Dezember 2010 verkündet werden.

Kommentar eines Gerichtsreporters: "Der gegnerische Anwalt hat kaum etwas gesagt. Der Richter ist nachdenklich geworden."

Weitere Energiefeldtherapieerfolge der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch werden ohne esoterischen Anspruch auf Vollständigkeit hier gewürdigt

Montag, 12. April 2010

Die Energiefeldtherapie

10. Februar 2010
Schmerz und Erinnerung müssen getrennt werden?

Hilft gegen alles, gibt es zwar nicht, kann man aber behaupten. Wie Professor Dr. phil. Ruthard Stachowske auf den Seiten seines Institutes für mehrgenerationale Forschung und Therapie (IMFT), das 1996 gegründet worden ist, wenn er dort verlautbaren lässt: „Die Durchführung von Therapien nach der Energiefeldtherapie-

Methode (EFT)“ gehöre zu den Zielen auch in der von ihm geleiteten Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch.

In den höchsten Tönen gepriesen wird diese Methode ebenfalls auf den Seiten www.gesundheitstrends.de, die von Birmingham aus ins Netz gelangen und mit dem Hinweis versehen sind, dass man keinesfalls auf einen Arztbesuch verzichten sollte: „Emotional frei ist nicht, wer schmerzhafte Erinnerungen verdrängt, sondern wer Schmerz und Erinnerung trennt. Gary Craig, der die energetische Heilmethode ´Emotional Freedom Techniques (EFT)´ entwickelt hat, sieht den Grund für jedes negative Gefühl in der Unterbrechung des Energiesystems des Körpers. Die Energiefeld-Therapie habe eine heilende Wirkung, weil durch das sanfte Klopfen auf blockierte Meridiane die Energie wieder ins Fließen gelange und sich durch gleichzeitiges Benennen der belastenden Erfahrungen die gewünschte Loslösung davon im Gehirn verankert. Auf diese Weise lassen sich - auch in der Selbstbehandlung - Ängste, Phobien und Traumata erfolgreich behandeln.“

Der Erfinder dieser Methode ist ein amerikanischer Ingenieur, der sich aus der chinesischen Medizin bedient hat. Hierzulande allerdings werden solche Weisheiten eher in die Nähe des Okkultismus gerückt. Doch Esoterik boomt und ist ein Milliardengeschäft. Manche schlürfen angeblich heilende Substanzen und schwören auf diese Bachblüten, die ebenso angeblich gegen alles Hilfe leisten. Andere gehen gleich zu den Scientologen und bringen ihre Engramme aus dem reaktiven mind beim Auditing zur Sprache, die beim Begleichen der Rechnung ins Stottern geraten kann. Jeder Humbug findet seinen Platz auf dem Esoterikmarkt.

Interessant sind immer die Parallelen: Auch L. Ron Hubbard hat seine Methode in den Anfangsjahren als Selbstheilungsmethode angepriesen. Die Scientology Church gab es noch nicht, als dieser Science-fiction-Autor behauptete, er habe sich sozusagen im Alleingang von schweren Krankheiten wieder befreit. Doch irgendwann merkt jeder, dass er auf eine Goldader gestoßen ist und schon ist aus einer Selbstheilungsmethode eine Methode geworden, die andere so lange erlernen müssen, bis sie endlich vergessen haben, dass es Anlass zur Methodenkritik gegeben hätte.

Vieles schmerzt. Eine Trennung. Der Verlust des Arbeitsplatzes. Der Tod eines lieben Menschen. Die schlechten Zeugnisse der Kinder. Die Niederlage des Lieblingsvereins. Ein Sturz. Ein Bankkonto mit roten Zahlen. Manche Fernsehprogramme. Aber wie trennt man da den Schmerz von der Erinnerung? Kann man um 17.18 Uhr noch beim Schlusspfiff des letzten Saisonspiels geheult haben, weil nun der Abstieg der Elf dort unten besiegelt ist und sich um 17.23 Uhr schon wieder auf die Schulter klopfen, da jedem Abstieg auch ein Aufstieg folgen kann? Geht nicht. Denn dazu müsste man sich an die Regeln im Fußballgeschäft erinnern. Dafür erforderlich sind: gespeicherte Informationen. Auch schmerzhafte.

Wenn Intelligenz bedeutet, dass man sich in unbekannten Situationen mit dem vorhandenen Wissen zurechtfindet, dann hätte die Energiefeldtherapie Dummheit zur Folge. Wenn sie erfolgreich wäre. Ist sie aber nicht. Das ist gut so, denn der Mensch ist keine Maschine, aus der bestimmte Teile einfach entfernt werden können und die mit neuen Teilen wieder in Schwung gebracht werden kann. Wer behauptet, er könne an der Seele herumschrauben oder sie weich klopfen, ist ein Scharlatan. In welchem Gewand diese Scharlatane daherkommen, ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass der Volksmund dafür den Begriff „Seelenklempner“ geprägt hat.

Sollte nun jemand meinen, dass mit der Energiefeldtherapie die esoterischen Grenzen abgesteckt sind, der irrt sich gründlich. Auch nach Craig kommt immer noch was, beispielsweise der Energiekörper. Den allerdings können nur medial Veranlagte sehen, heißt es auf den einschlägigen Seiten. Schon bricht man auf zu glücklicheren Ufern, die man laut Bhagwan, der seine Guru-Laufbahn 1969 begonnen hat, aber nur erreichen kann, wenn man sich als Gefäß betrachtet, dass geleert werden muss. Wohin derlei Entleerungen führen können, hat Giovanni Trappatoni 1998 als Trainer von Bayern München in seiner legendären Wutrede über die Spielweise seiner Mannschaft so zum Ausbruch gebracht: „Flasche leer“. Deswegen habe er fertig. Wenn das nicht Warnung genug ist…

In einem Medizin-Lexikon nachgeschlagen

Dienstag, 30. März 2010

Parteibuch-Ghostwriter?

8. März 2010
Nun schreiben wir auch noch für Parteibuch?

Hannover 96 schwebt in großer Abstiegsgefahr. Schuld daran sind eine Mutter aus Wolfsburg, die selbstverständlich dem VfL die Daumen drückt und nicht den "Roten", und Heinz-Peter Tjaden, der aus der niedersächsischen Landeshauptstadt weggezogen ist und deshalb die Heimspiele des Tabellensechzehnten nicht mehr so häufig besucht wie früher.

Deutschland möchte endlich den Schnee abschütteln, Frühlingsblumen pflücken. Doch es schneit immer noch. Schuld daran sind eine Mutter aus Wolfsburg und Heinz-Peter Tjaden, weil die sich über die weiße Pracht freuen.

Wenn Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch sich weiter so zu Theorien versteigt wie bisher - dann wird er eines Tages auch noch das behaupten. Jetzt aber schreibt sein Anwalt erst einmal an einen Berliner, den er für einen Portalbetreiber hält: "Wir gehen davon aus, dass der Beitrag von (der Mutter aus Wolfsburg) oder Heinz-Peter Tjaden gepostet worden ist. Beide sind bereits in wiederholtem (!!!!) Falle wegen der Verbreitung unwahrer Tatsachenbehauptungen gerichtlich belangt worden."

Den Empfänger dieses Briefes habe ich in Hamburg kennengelernt. Vorgestellt wurde er in einem Programmheft so: "Er hat mit mein-parteibuch.de einen der erfolgreichsten  Weblogs geschaffen...Diesen blog hat er allerdings schließen müssen, weil die Abmahnungen überhand nahmen..."

Bis heute bin ich davon ausgegangen, dass dies immer noch zutreffend ist, und ich gehe weiter davon aus, dass dieser Berliner auch nicht Betreiber eines blogs ist, das jemand nach Schließung von http://www.mein-parteibuch.de/ unter http://www.mein-parteibuch.com/ ins Netz gestellt hat. Dort ist tatsächlich so eine Art Visitenkarte über Ruthard Stachowske erschienen. Per Mail bin ich darauf hingewiesen worden. Ich teilte dem mail-Absender umgehend mit, dass Einiges nicht stimme.

Verfasst ist das Anwaltsschreiben nach dem Motto "Ich bin der Herr Stachowske und somit die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch, was ich nicht tue, geschieht auch nicht". Hingewiesen wird darauf, dass Stachowske kein Heilpraktiker sei und deshalb keine Akupunktur mache, esoterische Therapiemethoden lehne er ab. Tatsache ist: Auf den Internetseiten der Therapeutischen Gemeinschaft wird Akupunktur als Behandlungsmethode genannt, die Energiefeldtherapie werde seit 2002 erfolgreich (!) angewendet. Experten aber stufen diese Therapiemethode als Pseudo-Wissenschaft ein.

Und ein Interview muss gefälscht sein. Das hat Ruthard Stachowske einem Schweizer Portal gegeben. In diesem Gespräch weist er darauf hin, dass bei allen untersuchten Drogenfamilien drei Muster gefunden worden seien. In dem Anwaltsschreiben heißt es jedoch, Stachowske vertrete keine Drei-Muster-Theorie und wende sie deshalb auch nicht an!

Entweder lässt sich Ruthard Stachowske bei Interviews vertreten - oder er vergisst, dass er als Leiter einer Einrichtung für alles verantwortlich gemacht werden kann. Wer also Akupunktur macht,  wer also Energiefelder frei klopfen will, ist schnurzpiepegal.

Schlussbemerkung: Laut Anwaltsschreiben ist Ruthard Stachowske promovierter Psychologe. Das hätte er auch ein bisschen früher verraten können...

Mail an Infostelle

Sehr geehrte Frau Arnold,

auf Ihren Seiten ist ein Gespräch mit Ruthard Stachowske erschienen, der über seine Erfahrungen mit Drogenfamilien berichtet.

http://www.infostelle.ch/de/dyn_output.html?content.void=13071

Am Rande juristischer Auseinandersetzungen behauptet nun der Anwalt von Herrn Stachowske in einem Brief an einen Portalbetreiber, es sei falsch, wenn behauptet werde, Ruthard Stachowske "vertrete eine Theorie der drei Muster, derzufolge sich alle Drogenabhängigkeit auf drei Muster zurückführen lässt und familiär begründet sei".

In dem angesprochenen Interview jedoch wird Ruthard Stachowske so zitiert: "Dabei sind Muster erkennbar geworden, die sich wie ein roter Faden durch alle Familiensysteme gezogen haben – und die auch nach Abschluss meiner eigentlichen Forschungsarbeit immer wieder erkennbar werden." Anschließend werden drei Muster genannt. zudem sagt Ruthard Stachowske, er setze bei seiner Arbeit seine Erkenntnisse konsequent um.

Soll ich nun annehmen, dass Sie das Gespräch gefälscht oder Ruthard Stachowske falsch verstanden haben?

25. März 2010
Auch nicht beantwortet

Muss ich etwa noch erwähnen, dass auch diese mail nicht beantwortet worden ist?

Sonntag, 28. März 2010

Esoterik

13. März 2010
Wenn es doch nur der Wahrheitsfindung dienen würde...

"Unser Mandant lehnt esoterische Behandlungsmethoden in der Psychotherapie entschieden ab. Diese sind nach den Maßgaben des Psychotherapeutengesetzes, an welchem sich unser Mandant streng orientiert, überdies nicht erlaubt", lässt der Anwalt von Ruthard Stachowske gegenüber einem Berliner verlautbaren, den er für den Betreiber eines bestimmten blogs hält.

"Energie-Feld-Technik wird in der TG Wilschenbruch seit 2002 mit Erfolg angewendet", lässt die von Ruthard Stachowske geleitete Einrichtung in ihrem blog verlautbaren.

Ergo: Die Energiefeldtherapie ist keine esoterische Behandlungsmethode? Zur Beantwortung dieser Frage könnte PSI nützlich sein. Parapsychologen, die an Übersinnliches glauben, sind bei ihrer öffentlichen Präsentation durchaus nicht schüchtern. Sie preisen den Unsinn, den sie predigen, auch im Internet an. Googelt man mit "Esoterik Energiefeldtherapie" landet man bei einem Esoterik-Shop. Dort werden angeboten: Bücher über die Energiefeldtherapie.

Wenn wir nun annehmen, dass in dem blog der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch die zitierten Angaben stimmen, dann wird in dieser Einrichtung eine Methode angewendet, die Esoteriker zur Esoterik zählen. Nun müssten wir schon vermuten, dass diese Kreise vor lauter Tische- und Gläserrücken völlig den Verstand verloren haben, wenn wir davon ausgehen wollten, dass der Anwalt von Ruthard Stachowske in seinem  Schreiben an jenen Berliner zur Wahrheitsfindung beitragen will.

Der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch hat sicherlich nicht erwartet, dass dieser Brief in meine Hände gelangt. Aber: Die Internet-Welt hat viele Tücken. Da kennt X den Y, Y kennt wiederum den Z., der mit A zusammenarbeitet - und schon erfährt man Dinge, die nicht für die eigenen Ohren bestimmt sind.

Denen traut man dann nicht mehr. Wie bei dieser Meinungsäußerung eines Ehemaligen, der Ruthard Stachowskes Wirken schon vor Gründung der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch erlebt hat: "Das ist eine Psycho-Sekte." Diese Einschätzung teilen viele, immer wieder taucht dieser Begriff in Gesprächen mit Ehemaligen auf.

Mit Vorsicht genießen sollte man diesen Begriff schon - oder weiter fassen als das gemeinhin geschieht, aber wenn man dann noch hört, dass Ruthard Stachowske Widerwilligen angeblich seine "Feindschaft" erklärt, erinnert das schon sehr an den  Umgang der Zeugen Jehovas mit Ausgeschlossenen, die zu "Unpersonen" werden, mit denen Mitglieder keinen Umgang mehr haben dürfen.

Kennzeichen einer Sekte ist nach meiner Erfahrung zudem, dass die Öffentlichkeit über das wahre Geschehen nur unzulänglich informiert wird. Kennt sich jemand aus, muss er damit rechnen, sogar belogen zu werden. Bei einem Referat hat mir ein Sektenmitglied beispielsweise den Vorwurf gemacht, ich hätte die Literatur seiner Glaubensgemeinschaft vom ersten bis zum letzten Satz gefälscht.

Was tun, wenn man Ruthard Stachowske ist? Den Hinweis nachschieben, dass er persönlich Energiefeldtherapie nicht anwendet, wie das bei Akupunktur bereits geschehen ist? Immer wieder erstaunlich bleibt: Der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch weiß stets ganz genau, was nicht erlaubt ist. Aufsichtsbehörden sollten das endlich zur Kenntnis nehmen...