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Donnerstag, 21. Juni 2012

Die Sucht-Mafia

Winfried Harendza: Große Freude nach Krokodilstränen

Lüneburg ist groß im Suchtgeschäft: Vor fünf Jahren gründete die Stadt eine Gesundheitsholding als 100-prozentige Tochter, die jetzt Mehrheitseigentümerin einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) wurde. Diese gGmbH hat in der Salzbrückerstraße eine Tagesklinik für Suchtkranke. Die Patientinnen und Patienten kommen morgens um halb neun und fahren am späten Nachmittag wieder nach Hause.

Zum Netzwerk gehört der Diakonieverband der evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Lüneburg und Bleckede, auch die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg hält Anteile. Die neue Entwicklung findet der Jugendhilfe-Vorsitzende Winfried Harendza positiv, so nutzten "Partner, die vertrauensvoll zusammengearbeitet haben", Synergien.

Damit hat Winfried Harendza allerdings auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Als Jugendhilfe-Vorsitzender hielt er jahrelang höchst vertrauensvoll zum Sozialpädagogen Ruthard Stachowske, der seit 1993 unter dem Dach der in Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg umbenannten Jugendhilfe Lüneburg bis Anfang Juli 2011 die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch leitete. Gemeinsam warfen sie mehrere 10 000 Euro für juristische Auseinandersetzungen aus den reichlich vorhandenen Fenstern des Hamburger Landgerichtes am Sievekingplatz. Doch die versprochenen Erfolge fuhr Stachowske nicht in die Jugendhilfe-Scheuer, obwohl auch in den übelsten Schriftsätzen stets der Name Harendza ganz vorne stand.

Als diese Geldverschwendung nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden konnte, weil Stachowske auch deswegen gekündigt werden musste, ergossen sich Krokodilstränen des Jugendhilfe-Vorsitzenden in die "Landeszeitung für die Lüneburger Heide". Von Stachowske sei er belogen worden, die neue Geschäftsführerin der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg mache er schlecht. So gehe das nicht.

Vor wenigen Tagen ging die neue Geschäftsführerin, die Step gGmbH aus Hannover wurde Gesellschafterin der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg. Gehört nun also auch zu diesem Netzwerk. Sie sind alle groß im Suchtgeschäft - die im Dunkeln sieht man nicht...