Freitag, 22. Juni 2012

Die Sucht-Mafia (II)

Diesen Kontoauszug von mir kennt nun auch der neue
Gesellschafter der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg.
Wann endet meine Beratertätigkeit?

"Dass eventuell auch wirtschaftliche Gründe den Ausschlag gegeben hätten, unters Dach der Holding zu gehen, weist Winfried Harendza, Vorsitzender Jugendhilfe Lüneburg, von sich: "Die Einrichtung rechnet sich inzwischen." Pro Jahr werden hier zirka 50 Klienten betreut. Harendza spricht von einem "logischen Schritt" der Verknüpfung von ärztlichen und therapeutischen Fähigkeiten. Und Sauer meint: "Wir wollen unter anderem die ambulante Struktur in Stadt und Region sicherstellen, da passt die Tagesklinik exakt in die Holding." Weitere Zukäufe seien im Augenblick nicht geplant."

Hat am 31. Mai 2012 in der "Landeszeitung für die Lüneburger Heide" gestanden. Dass der Berichterstatter dieser Zeitung kurz das Thema "wirtschaftliche Gründe" anschneidet, ist interessant. Möglicherweise schossen ihm diese Fakten durch den Kopf: Winfried Harendza hat nach längerem Zögern und vielen Beratungen der fristlosen Entlassung von Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (TG) zugestimmt. Die wurde am 4. Juli 2011 ausgesprochen. Stachowske zog vor das Arbeitsgericht in Lüneburg, nach zwei Terminen ist die fristlose Kündigung hinfällig. Beim dritten Gerichtstermin geht es um die Frage, zu wann das Arbeitsverhältnis zwischen Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg und Stachowske für beendet erklärt wird, und um die Frage, wie viel Geld der ehemalige TG-Leiter für Überstunden, die er geltend gemacht hat, und als Abfindung bekommt. Erzielt Stachowske einen finanziellen Erfolg auf ganzer Linie, bekommt er 100 000 Euro. Dazu hat die Geschäftsführerin Gisela van der Heijden, die inzwischen das Handtuch geworfen hat, auch vor Gericht gesagt: "Das können wir uns nicht leisten."

Das Eis ist in mehrfacher Hinsicht dünn. Nach Angaben von Gisela van der Heijden hat Stachowske monatelang ein Treffen mit mir erfolgreich verhindert. Ende Mai 2011 verabredete sie sich doch mit mir. Per mail, abgeschickt von der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg. Darüber war Stachowske so schnell informiert wie ich, unverzüglich schrieb er einen Brief an van der Heijden und erkundigte sich nach dem Inhalt des Gesprächs. Für die Arbeit, die auf mich zukommen würde, versprach mir van der Heijden eine Entlohnung, über die noch verhandelt werden müsse.

Die erste Überweisung bekam ich am 24. Oktober 2011 (siehe Kontoauszug). Die Zusammenarbeit machte in der Szene die Runde, bei mir meldeten sich Familien, die Hoffnung schöpften und mit einer schnellen Rückkehr ihrer Kinder rechneten, die seit Jahren ohne sie in der TG sind. Die Frage, was 11- oder 12-Jährige in einer Drogentherapieeinrichtung zu suchen haben, blieb ohne Antwort. Kinder und Familien trennten weiterhin mehrere 100 Kilometer. Gisela van der Heijden reagierte immer zögerlicher, erzählte meinem Anwalt Lügen über mich. Sie brach Versprechen, wirkte von Monat zu Monat verzweifelter, fand die Verhältnisse in der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg so schlimm, dass sie sich am liebsten auf den Marktplatz in Lüneburg gestellt hätte, um ihre Wut hinauszuschreien.

Die schlechten Nachrichten, die ich ihr übermittelte, konnte sie irgendwann nicht mehr hören. Dafür hörte ich ganz genau zu, als ein Mitarbeiter des Jugendamtes von Lüneburg am Telefon sagte, dass Kinder, die ohne Familie noch in der TG sind, dort bleiben, bis sie 14 sind. Das verschlug Betroffenen und mir die Sprache. Einem Kind riet dieser Jugendamtsmitarbeiter: "Wenn du deine Geschwister in der TG anrufst, dann sage ihnen nicht, dass sie bald wieder zuhause sind." Außerdem müsse diesem Kind klar sein, dass solche Telefongespräche in der Einrichtung mitgehört werden...

Was hatten diese Kinder eigentlich getan? Bei Facebook meldete sich eine 13-Jährige, die ebenfalls jahrelang ohne Familie in der TG war. Sie schrieb mir, dass sie immer noch nicht damit fertig geworden sei, allein gelassen worden zu sein mit Klienten, die in ihrem Beisein schlimme Geschichten aus der Drogen- und der Zuhälterszene erzählten.

Das sollte offenbar nicht bekannt werden. Gisela van der Heijden ging irgendwann nur noch selten hin. Die eigentlich Verantwortlichen sind inzwischen wieder aufgetaucht. Wie der Jugendhilfe-Vorsitzende Winfried Harendza oder der neue TG-Leiter Wilfried Osterkamp-Andresen, der stets verschweigt, was er in privaten Gesprächen von sich gibt. Sie spielen Heile-TG-Welt, in der die Amtszeit von Ruthard Stachowske lediglich ein Missverständnis gewesen ist.

Angriff ist die beste Verteidigung, sagen Fußballer und fast alle Mannschaften spielen inzwischen mit nur noch einem Stürmer. Der soll die Viererketten aufreißen. Das hätte auch in der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg geschehen müssen. Zur gegnerischen Defensive gehören die Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, die Stachowske sogar eine positive Bescheinigung ausgestellt hat, die er dem Landgericht von Hamburg vorlegte, um erfolgreich eine ehemalige Klientin verklagen zu können, jener Jugendamtsmitarbeiter aus Lüneburg, der Jugendhilfe-Vorsitzende und ehemalige Teammitglieder von Stachowske.

Ob der neue Gesellschafter der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg solch einen Stürmer hat, weiß ich nicht. Über meine Beratertätigkeit ist er inzwischen informiert. Die müsste von ihm erst einmal für beendet erklärt werden! Sie ist an keine Anweisung gebunden, Berichte können mir deswegen also nicht untersagt werden. Das war Gisela van der Heijden auch am Tag der Überweisung klar.

Die Sucht-Mafia (III)

Kommentare:

  1. ich grüße den ex-tgler, der gerade in thailand urlaub macht :-)

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  2. peter, dann bist du ja auch berater des jugendhilfe-vorsitzenden winfried harendza :-)))

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  3. die beraterhonorare hast du dir redlich verdient. und überstunden hast du auch gemacht. stark, dass du einen vertrag mit der sucht- und jugendhilfe lüneburg hast :-)

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  4. aber sich so richtig mit denen anlegen, will auch die landeszeitung sich nicht. der chefredakteur soll laut auskunft der redaktion sogar angst vor klagen des herrn stachowske geäußert haben.

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