Zweifel, Wut, Angst, Alpträume kennen viele Aussteigerinnen und Aussteiger aus religiösen Sekten. Als Zeuge Jehovas oder als Mitglied der Neuapostolischen Kirche ist ihnen jahrelang eingeredet worden: Hier bist du in Sicherheit. Hier bist du auf dem einzig richtigen Weg. Das schüttelt man nicht so leicht ab.
Auch viele langjährige Ex-Klientinnen und Ex-Klienten der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (TG) schütteln nicht so leicht ab, was sie in dieser Einrichtung erlebt haben, die von einem esoterischen Sozialpädagogen geleitet wurde, der seinen Schutzbefohlenen dasselbe einredete. Dass es sich bei der TG zu Zeiten von Ruthard Stachowske um eine Psychosekte gehandelt hat, bestreitet auch Gisela van der Heijden, Geschäftsführerin der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg, nicht. Der neue TG-Leiter Wilfried Osterkamp-Andresen müsste das ebenfalls wissen.
Wissen sie das jedoch, dann kann man ihr gegenwärtiges Verhalten nur als verantwortungslos bezeichnen. Beide sollten endlich zugeben, dass sie ihrer Aufgabe überhaupt nicht gewachsen sind. Ex-Klienten, die zu den Auserwählten von Ruthard Stachowske gehört haben, fallen ins Bodenlose, weil man sie nicht behutsam durch die Phasen eines Sektenaussteigers führt oder führen lässt.
Dafür geeignet ist auch nicht jeder Psychotherapeut oder Psychiater. Dazu bedarf es einer Spezialausbildung. Das wissen Experten seit Jahrzehnten. Sie arbeiten mit Fachkliniken zusammen. Doch bei der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg gibt es eine solche Zusammenarbeit nicht. Auch die Gründung einer von Experten betreuten Selbsthilfegruppe ist mir nicht bekannt.
Was ich zurzeit aus Wilschenbruch höre, lässt nur zwei Möglichkeiten zu: Der Sucht- und Jugendhilfe wird ein solches Expertenteam verordnet - oder man schließt die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch. Die dritte Möglichkeit kann niemand wollen...
Immer wieder suchen Verzeifelte Hilfe bei mir. Die kann ich bald nicht einmal mehr finanzieren...
Rundgang auf dem Religionsmarkt