Sonntag, 6. Dezember 2009

Richterin unter Schock

20. November 2009
Aus der Luft gegriffene Behauptungen

Noch aber ist das Kind in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch. Die Zeit vergeht. Der Leiter der Einrichtung, der über Anwälte behaupten lässt, er schreibe keine „Risikoberichte“, verfasst eine „Risikomitteilung“, die sieben Seiten lang ist. Die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch bezeichnet er als „anerkannte Einrichtung der medizinischen Rehabilitation, in der Drogenlangzeittherapien für insbesondere drogenkranke Eltern mit ihren Kindern durchgeführt werden.“


Einen Monat später will das Familiengericht Genaueres wissen, beraumt eine Anhörung an. Anschließend scheint die Richterin irgendwie unter Schock zu stehen. Sie fragt sich, warum für das Kind immer noch keine „konkrete Diagnose“ vorliegt, warum sich der Leiter der Einrichtung nicht ausdrücken kann und warum er kein „Verständnis für die Situation der Mutter“ aufbringt. Statt dessen werde Druck aufgebaut.

Die folgenden Sätze lauten: „Die Vorbehalte und auch Vorwürfe - z. T. m. E. ebenfalls unkonkret - sind erheblich. So hatte Herr Stachowske auf die Gefährlichkeit und das schwere Krankheitsbild der Mutter hingewiesen und eine Verbindung zu den Vorfällen aus der Presse (Bremen etc.) hergestellt.“

Eine Mutter will bei Besuchen in Wilschenbruch mit ihrem Kind allein sein und der Leiter der Einrichtung befürchtet, diese Begegnungen könnten so enden wie Kevin in Bremen: in einem Kühlschrank? Auch dafür - merkt die Richterin an - könne Ruthard Stachowske keine Anhaltspunkte liefern.

Schlussfolgerung des Gerichtes - gestützt auf die Feststellungen eines Experten: Das Kind muss so schnell wie möglich woanders untergebracht werden. Darauf reagiert der Leiter der Einrichtung mit weiteren Behauptungen: „In unserer Einrichtung arbeiten Psychotherapeuten, ein Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, ein approbierter Psychotherapeut, approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, anerkannte Suchttherapeuten, Familientherapeuten und Gestalttherapeuten.“

Da muss Ruthard Stachowske einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter doppelt gezählt haben, bei Anwälten dieser Einrichtung dagegen scheint das nicht erforderlich zu sein. Warum der juristische Beistand immer wieder wechselt, gehört zu den ungelösten Fragen. Wie dem auch sei: Der Leiter der Einrichtung, eine Kollegin (Diplom-Sozialpädagogin, Suchttherapeutin) und ein Kollege (Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie) füttern eine Anwältin mit Argumenten für einen Widerspruch. Der niemanden mehr beeindrucken wird.

Bewusste Täuschung

24. November 2009
Noch in der Einrichtung - oder doch nicht?

Noch einmal wiederholt und zum Mitschreiben: Auf die Kritik im Netz reagiert der Leiter der Einrichtung nicht nur mit Anwaltsschreiben in Fließbandproduktion, die Therapeutische Gemeinschaft hat auch ein neues blog ins Internet gestellt. Dort erscheinen Erfahrungsberichte. Wie glaubwürdig sind die eigentlich? Darf man die Einrichtung nicht fragen. Man bekommt keine Antwort.


Doch einen Bericht kann man auf den Prüfstand stellen. In dem steht: „Zur Zeit ist es auch so, dass ich wieder in einer ziemlichen Krise stecke und dafür wieder kämpfen muss, um da rauszukommen. Im Moment kommt von außerhalb ein starker Druck rein, es wird von meiner Familie bzw. meiner Mutter wie auch Schwestern usw. nicht akzeptiert, dass ich die Therapie mache und dass es mir dadurch einfach besser geht. Mit allen Mitteln wollen sie, dass ich in das alte Leben zurück komme, mit allen Mitteln.“

Frage: Klingt das so, als sei diese Mutter in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch? Frage für sich selbst beantworten, weiter lesen. Nächste Frage: Klingt das so, als werde auf diese Mutter von außen Druck ausgeübt? Frage für sich selbst beantworten, weiter lesen. Dritte Frage: Verbergen sich in diesen Zeilen schwere Vorwürfe gegen die eigene Familie? Frage für sich selbst beantworten, weiter lesen.

Nun darf gestaunt werden: Diese Mutter hat vor einigen Wochen mit ihrem Kind die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch verlassen, weil sie „es dort nicht mehr aushielt“. Eltern und Geschwister kümmern sich um sie, das Jugendamt hat eine Betreuerin eingesetzt und versichert: Der Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch kann sagen was er will. Auf den hören wir nicht mehr.

Dennoch wird die Familie im blog der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch weiterhin - anonym - verleumdet. Die angebliche Verfasserin hat eigenen Angaben zufolge gar nicht gewusst, dass diese und weitere Zeilen im Netz stehen. Sie basieren auf einem privaten Brief, der mir vorliegt.

Fordert man die Einrichtung auf, diesen Bericht endlich zu löschen - bekommt man ebenfalls keine Antwort.