Donnerstag, 7. Juli 2011

Hoch gestapelt

7. Juli 2011
Und tief gefallen

Einige Titel-Kästen hat der ehemalige Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch so hoch gestapelt, dass er wohl irgendwann nicht mehr wusste, was er so alles über seine Fähigkeiten behauptet hatte. Gereicht haben die aber immerhin für eine fristlose Entlassung. Die verdiente er sich durchaus unredlich.

Schmücken konnte sich Ruthard Stachowske schließlich sogar mit der Ernennung zum Honorarprofessor an der Evangelischen Hochschule Soziale Arbeit (ehs) zu Dresden. Die hat einen Internetauftritt, zu dem die Vorstellung der Dozentinnen und Dozenten gehört. Dort liest man noch:

"Prof. Dr. Stachowske leitet die „Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch“, eine Einrichtung der „Medizinischen Rehabilitation“/Drogen-Langzeittherapie mit abhängigkeitskranken Erwachsenen, abhängigkeitskranken Eltern und mit ihren Kindern."

Professor Dr. Ralf Evers als Rektor dieser Hochschule ist nun zur Löschung dieses Eintrages aufgefordert worden. Bei allen Anfragen zu den Methoden von Ruthard Stachowske hüllte sich Evers in Schweigen - aber diese ignoranten Zeiten dürften nun auch für ihn vorüber sein.

Ob Ruthard Stachowske da folgen kann? Der hat bekanntermaßen ein Institut für mehrgenerationale Forschung und Therapie (ImFT). Das Führungsteam besteht aus drei Leuten, sich selbst stellt er dort weiterhin so vor: "Diplom-Sozialpädagoge/Uni, Institutsleiter ImFT, Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wil-schenbruch in Lüneburg, Honorarprofessor ehs Dresden."

Darüber, dass Stachowske seine fristlose Entlassung öffentlich nicht zur Kenntnis nimmt,  sollte man nicht verwundert sein. Ruthard Stachowske hat schon ganz andere Sachen zusammen geschwindelt. Er täuschte Jugendämter und Familiengerichte, er trieb juristisch Portale vor sich her, die meine Berichte über diese Einrichtung veröffentlicht hatten. Readers Edition knickte ein, Sajonara wurde zum Jammerlappen. pressemitteilung.ws dagegen fiel nur kurze Zeit auf eine Drohung herein.

Auf Ruthard Stachowske hereingefallen sind zudem der Evangelische Kirchenfunk Niedersachsen, RTL und zuletzt Radio Bremen, die Lobeshymnen anstimmten auf das, was sie dem ehemaligen Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch geglaubt hatten. Lüneburger Zeitungen machten sich lächerlich mit PR-Artikeln.

Keine Redakteurin, kein Redakteur will mitbekommen haben, dass in dieser Einrichtung Mütter, Väter und Kinder gedemütigt worden sind, dass die angeblich familienorientierte Drogentherapie eine Lüge war, die man bei sorgfältiger Recherche durchaus hätte durchschauen können.

Alle mal wegeschauen, scheint das Motto gewesen zu sein. Irgendwie müssen doch Zeitungsspalten und Sendezeiten gefüllt werden. Den Vorwurf, weggeschaut zu haben,  müssen sich auch die Kontrollbehörden gefallen lassen. Die mussten erst geweckt werden, als sich der Wind wegen einer neuen Geschäftsführerin gedreht hatte.

Wie auf sozialem Gebiet gelegentlich Geld verprasst wird, zeigt die finanzielle Unterstützung dieser Einrichtung. Hin und wieder scheinen bunte Flyer mit netten Texten für die Förderung ausreichend zu sein. Diese Flyer haben auch in vielen Jugendämtern herumgelegen. Den Wahrheitsgehalt dieses Werbematerials prüfte offenbar niemand.

18 Jahre hat dieser Spuk gedauert, so lange tanzten Ruthard Stachowske und sein Team auf der Nase von Behörden herum. Diese Behörden summten ihr eigenes Lied: "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern..." Bring sie weg. Wohin, ist egal.

Schlimm ist auch: Einige Behörden haben gern mitgetanzt. Wie das Jugendamt von Lüneburg. Die Leiterin dieses Jugendamtes tauchte mit Ruthard Stachowske bei Vortragsveranstaltungen auf. Dafür müsste nun auch sie fristlos entlassen werden.

Kommentare:

  1. ich meine noch nirgendwo hier gelesen zu haben, das auch die Ehefrau von Herrn Stachowske beim Jugendamt in Lüneburg arbeitet, das ist doch eigentlich das Interessante an diesem Teil der Geschichte, außerdem müßte auch beleuchtet werden, was es mit den vielen Pflegekindern auf sich hat, die Mitarbeiter aus der Einrichtung mit nach Hause bekommen haben

    AntwortenLöschen
  2. Leider ändert sich an den Kindern bei Ehemaligen auch nichts, seit Stachowske weg ist. Denn immer noch gibt es Kinder, die nicht bei ihren Müttern sind, obwohl sie in der TG sind und werden versorgt von "zum Teil durchgeknallte Möchtegernmitarbeiter", ich finde, da sollte die neue Geschäftsführerin und der neue Leiter mal echt schauen, dass das anders gemacht wird.

    AntwortenLöschen