Freitag, 8. April 2011

TG-Sektkorken knallen (III)

8. April 2011
Nur der TG-Leiter ist in Klausur

So könnte es sein: S. feiert, G. jubelt, die Klientinnen und Klienten tanzen durch das Haus, nur Ruthard Stachowske ist von der Jugendhilfe Lüneburg in Klausur geschickt worden. Isoliert von den anderen soll er darüber nachdenken, warum er selbst klagt und verliert oder die Jugendhilfe Lüneburg als Trägerin der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch vorschickt und verliert. Jetzt zum dritten Mal.

Schweres Geschütz hat die Jugendhilfe Lüneburg am 11. Juni 2010 gegen Heinz-Peter Tjaden aufgefahren. Kritische Anmerkungen über die therapeutischen Methoden seien völlig unangebracht, denn "die Therapieverfahren der ´TG Wilschenbruch´ und die angewandten Methoden sind allesamt im Kontext des Psychotherapeutengesetzes zu sehen und entsprechen den Vorgaben der Psychotherapeutenkammer sowie der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover sowie den Vereinbarungen mit dem Landesamt für Jugend und Familie in Hannover."

Ob die "allesamt" auch wissen, dass Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch einen Doktorvater mit Lehrstuhl an der Universität Witten-Herdecke hat, die jüngst Rudolf Steiner als Begründer der Anthroposophie feierte, dass sich Ruthard Stachowske 2007 bei der GLS-Bank mit zwei Anthroposophen im Aufsichtsrat 15 000 Euro lieh, um Spenden für Indien vorzufinanzieren und ob die ebenfalls wissen, welche Methoden in Wilschenbruch tatsächlich angewendet werden, sei dahingestellt, das Hamburger Landgericht hat die Klage in allen Punkten abgewiesen. Den Streitwert hat die Klägerin mit 35 000 Euro beziffert. Damit liegen die Kosten für Gericht und Anwälte bei über 6 000 Euro!

Das ist eine Hausnummer, unter der die Jugendhilfe Lüneburg bei Klage-Wiederholungen nicht mehr lange erreichbar sein dürfte...Nun steht auch in den Gerichtsakten, dass die neue Geschäftsführerin einen Doktor-Titel geführt hat, den sie heute nicht mehr führt.

Sonntag, 3. April 2011

Seelenpfuscher

3. April 2011
Stachowskes Wort ist Gesetz

"Seelenpfuscher, das trifft es", schreibt Marie S. (Name geändert) bei Facebook. Ganz vorsichtig hat sie sich erkundigt, warum ich Kritik an den Methoden von Ruthard Stachowske übe. Dann bricht es aus ihr heraus. Ihre Mutter sei in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (TG) gewesen, habe nach Ansicht des TG-Teams die Therapie erfolgreich beendet. Ein paar Jahre später brachte sie sich um. Auch Marie S. war in dieser Einrichtung.

Als junges Mädchen sei sie überfordert gewesen, weil sie behandelt wurde wie eine erwachsene Klientin. Sie habe als Kind an Gruppensitzungen teilnehmen müssen, dort kursierten Geschichten aus der Szene, die sie nicht hören wollte. Ruthard Stachowske jedoch habe behauptet, sie habe eine "akute Suchtgefährdung" geerbt. Deshalb müsse sie dabei sein.

Zum Team, das nach Angaben von Stachowske hoch qualifiziert ist, schreibt sie, dass nicht nur eine enge Mitarbeiterin des Leiters der Einrichtung ehemals drogenabhängig war, sondern fünf weitere. Außerdem arbeiteten im sozialen Bereich zwei Angehörige ehemaliger Klienten. Melanie S.: "Die sind wie so viele irgendwie in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch hängengeblieben."

"Wie so viele" passt auch zu dieser Erfahrung: "Stachowske nimmt Müttern die Kinder weg, um sie dann von anderen betreuen zu lassen." Bei den Betreuern handele es sich keinesfalls um "geschultes Personal", sondern ebenfalls um Klienten. Dass dies gut für die Kleinen sei, bezweifele sie. Zweifel seien in der Einrichtung aber nicht erlaubt: "TG-intern ist Stachowskes Wort Gesetz."

Zu diesem Gesetz gehöre auch: "Alles, was auch nur entfernt an die Szene erinnern könnte, steht auf dem Index. So darf beispielsweise nicht mit ´hi´ gegrüßt werden (= high), Weintrauben heißen Trauben."

Wer sich nicht an Stachowskes Gesetz hält, muss mit Sanktionen rechnen, berichtet auch Melanie S.: "Stachowskes Methoden dienen einzig und allein dazu, sein Klientel von ihm abhängig zu machen."