Donnerstag, 28. April 2011

Zensur

28. April 2011
Bei Radio Bremen kann man nur schwarz sehen

Die Sozialbehörde von Bremen traut dem Ergebnis nicht, hat zwei neue Untersuchungen in Auftrag gegeben, Experten äußern Zweifel an der Methodik - und Verfechter der Meinungsfreiheit müssen nun Zweifel an Radio Bremen anmelden. Schlagzeilen macht eine Untersuchung von 15 Kindern. Sie kommen aus Familien, die am Methadon-Programm teilnehmen. Bei 14 Kindern sind Methadon-Spuren gefunden worden.

"Bild" veröffenlichte sogleich ein gestelltes Foto von einem Polizeibeamten, der ein Kind in Sicherheit bringt. Radio Bremen berichtete am 5. April 2011 über die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch, die angeblich eine familienorientierte Drogentherapie macht. Zu Wort kamen zwei Mütter, die notfalls in der Einrichtung bleiben wollen, bis ihre Söhne aus der Schule kommen.

Außerdem bat "buten-un-binnen" Ruthard Stachowske als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch ins Studio. Der übte Kritik am Methadonprogramm, trat statt dessen für Langzeittherapien ein. Was den Studiengast zum Experten gemacht hat, wurde nicht thematisiert.

Ruthard Stachowske ist eigenen Angaben zufolge Diplom-Sozialpädagoge. Andere Titel, die er auch schon führte, ließ er schnell wieder aus dem Internet verschwinden. Seine Doktorarbeit hat er an der Universität von Lüneburg geschrieben, der Doktorvater ist Lehrstuhlinhaber an der Universität Witten-Herdecke. Da denken Eingeweihte sofort an Anthroposophie. Arzt ist Ruthard Stachowske jedenfalls nicht.

Radio Bremen stellte den Beitrag über die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch und das Interview mit Ruthard Stachowske auch ins Netz. Das hatte Folgen - 22 Kommentare bis heute Mittag. Ehemalige protestierten gegen die positive Darstellung der Einrichtung, die ihren eigenen Erfahrungen zufolge alles andere als familienorientiert arbeitet. Einige Kommentatoren boten dem Sender Gespräche an.

Das ist nun Meinungsfreiheits-Schnee von gestern. Radio Bremen löschte soeben alle Kommentare. Das Grundgesetz hat "buten un binnen" wohl in der Weser versenkt...Ergo: Nicht nur ohne Zahlungen an die GEZ muss man bei diesem Sender schwarz sehen!

Die Kommentarfunktion ist von Radio Bremen gelöscht worden.

Deshalb mail schicken an butenunbinnen@radiobremen.de

Kommentare:

  1. Tja, die Kommentare sind gelöscht. Aber mal ehrlich, hat das irgendjemanden hier überrascht? Ich für meinen Teil habe drauf gewartet. Der Bericht muss unheimlich viele "klicks" gehabt haben. Ich kann mir gut vorstellen, wer dahinter steckt. Wird wohl sowas gesagt haben, wie "...der Tjaden ist ein gefährlicher Mann, diese Kommentare müssen gelöscht werden...". Das hat doch Wiedererkennungswert, oder? Vielleicht hat er auch mit Klage gedroht... wer weiß das schon. Mit Kritk konnte der Gute noch nie was anfangen, weil sowieso nur er weiß, wie das richtige Leben funktioniert, bzw. wie man richtig lebt.

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  2. @ Andi

    Nach meinen Informationen hat Radio Bremen versichert, dort habe niemand von der vermuteten Seite angerufen. Man habe Persönlichkeitsrechte schützen wollen. Das ist zwar eine journalistische Weichei-Antwort...

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  3. @ Heinz-Peter Tjaden:

    Kann schon sein, dass Radio Bremen Persönlichkeitsrechte schützen will, welche ich aber in diesem Fall gar nicht verletzt sehe. Zwar beziehen sich die Kommentare auf ein anderes Thema, als das in dem Bericht, aber sie stellen doch eine Gegenposition dar. RS hat sich ja im Interview auch öffentlich gezeigt, dann muss er auch mit Ohrfeigen rechnen, wenn er mit einem solch heiklen Thema an die "Front" geht. Mich wundert aber schon, dass Radio Bremen die Kommentare erst so spät gelöscht hat. Mit dieser Reaktion haben sie wohl nicht gerechnet.

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  4. ich habe butenunbinnen sofort nachdem herr tjaden mir geschrieben hatt angerufen. ich wurde weiter geleitet zu einer frau die mir versicherte das niemand sich dort beschwert hätte wegen den kommentaren. sie haben sie rausgenommen weil es gegen personen direkte angriffe gegeben hatt und sie es aus rechtlichen gründen nicht stehen lassen dürfen.und sie sagte mir das sie uns glauben würde denn es waren sooo viele kommentare das für sie etwas wahres dran sein muss!! sie sagte auch das die kommentare ehhh keiner liest und wir e-mails an butenunbinnen.de schreiben sollen da diese AUCH von den redakteuren gelesen werden. gut! gut! so sollen sie es denn auch kriegen!!!! also auf zum e-mail schreiben!!!!

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  5. Na, dann fragt man sich doch, wozu denn überhaupt dieser Artikel im Netz veröffentlicht wurde, wenn ihn eehh keiner liest.
    Wer sich den Artikel ansieht liest auch die Kommentare.
    Wir haben heute eine E-Mail an Radio Bremen geschickt. Bin gespannt auf die Antwort.

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  6. an Jugendhilfedesaster: die kommentare sind einzig und alleine eigentlich nur für die user bestimmt!!! nicht aber für die redakteure die wir ja ansprechen wollen!!! denn die entscheiden über evtl. reportagen!!!

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